Messer.
Das Messer ist das universelle und älteste Werkzeugzeug der
Menschheit überhaupt. Ganz sicher liegt darin seine ganz
besondere Faszination. Ob im Wald auf der Jagd, am Fischwasser, auf See
oder in der Küche – alles macht mit einem guten Messer viel
mehr Spaß!
Als Meeres- und Fliegenfischer pflege ich schon immer ein ganz
besonderes Verhältnis zu Messern. Ein gutes Messer wird einem mit
den Jahren zu mehr als einem Schneidwerkzeug, es wird zu einem treuen,
hilfreichen Freund. Wenn es aus gutem Holz gemacht wurde und die Pflege
stimmt, kann der Griff durch die Benutzung mit den Jahren immer
schöner und fester werden. Manche Messer werden über
Generationen weitergereicht, ihr Verlust wäre schmerzlich. Sie
könnten Geschichten erzählen, mehr als einen Abend am
Lagerfeuer lang.
Es gibt wunderschöne Messer auf dieser Welt – darunter wahre
Kunstwerke, in hunderten Stunden nur für Sammler und die Vitrine
geschaffen. Solche Messer bewundere ich, werde sie aber wohl nie bauen.
Meine Messer fertige ich möglichst solide, auf Basis guter
Klingen, meist skandinavischer Hersteller bzw. Schmiede, und sie sind
durchweg zum Gebrauch gedacht. Je nach Einsatzgebiet, spielen dabei
verschiedene Stahlqualitäten ihre Stärken aus: rostfreie
Edelstähle für den Einsatz auf See, die bis heute
unverzichtbar schnitthaltigen und scharfen Kohlenstoffstähle,
Dreilagenstähle, bis hin zum kostbaren Damast. Auch Konstruktion
und Hölzer orientieren sich an der Anwendung, für die ein
Messer gemacht wird.
Besondere Freude bereitet mir der Bau von Messern, deren Holz für
den späteren Besitzer oder für mich selbst eine
persönliche Geschichte hat. Muss ein alter Baum gefällt
werden oder hat ihn der Sturm gestreckt, bleibt so eine Erinnerung.
Auch Holz, das man im Urlaub fand, kann eine Geschichte erzählen
und gibt einen persönlichen Bezug , wenn es dann einmal ein
Messergriff geworden ist.
Auch Maserknollen, Wurzeln und seltene Gewächse, die ich in
heimischen Gefilden gesammelt habe, kommen zur Verarbeitung.
Natürlich verarbeite ich auch verschiedene Hölzer aus fernen
Ländern, denke aber, dass sich unsere heimischen Sorten, wie zum
Beispiel die Eibe, keinesfalls vor diesen verstecken müssen und
gebe ihnen im Zweifel den Vorzug, auch unter dem Gedanken der
Nachhaltigkeit und der Verhinderung von Raubbau an den
Regenwäldern.
Messerscheiden fertige ich nicht immer selbst. Hier habe ich aber
Zugriff auf erstklassige Quellen und über einen in diesem Handwerk
wirklich meisterhaften Freund können auch sehr individuelle Ideen
umgesetzt werden.
Ein Messer sollte seinem Benutzer in der Hand schmeicheln, man sollte
so gerne und ermüdungsfrei damit arbeiten können, dass man
sich schon auf die nächste freut, wenn eine Arbeit getan ist.
Es gibt doch nichts besseres, als bei einer zünftigen Brotzeit den Käse mit einem schönen Messer zu teilen, oder?
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